Reiten ist eine sehr beliebte Sportart. Sowohl Kaltblüter als auch Warmblüter werden in der Tschechischen Republik gezüchtet. Zum Reiten werden die tschechischen Warmblüter, aber auch importierte Pferderassen genutzt. Eine der bekanntesten Rassen sind
die alten Kladruby-Pferde, die einzige original tschechische Pferderasse. Sie werden in Kladruby und Slatinany gezüchtet, in zwei Farbvarianten, schwarz oder weiß. Ein Besuch in den örtlichen Pferdeställen oder auch im hippologischen Museum in Slatinany ist ein wahres Vergnügen.
Es gibt in der Tschechischen Republik viele Reitklubs, wo Sie ein Pferd für eine Reitstunde in einer Reitschule mit Lehrer oder auch, wenn Sie ein guter Reiter sind, für einen Überlandritt, leihen können. Manche Reitklubs bieten auch Reitkurse an. Auch im Rahmen von Agro-Tourismus-Projekten bieten manche Reitställe Ausritt-Möglichkeiten an.
Der Tschechische Reitverband organisiert Reitdisziplinen wie Springen, Dressurreiten, Multidisziplinen und Team-Reiten in etwa 500 Klubs. Manche davon bieten auch Hippotherapie und Entspannungreiten auf dem Lande und Sommer-Reitkurse an. Es gibt in der Tschechischen Republik viele Reit-Zentren, über einige berichten wir in unserem Reiseführer durch die Regionen.
Das Velka Pardubicka Querfeldein-Hindernisrennen ist das älteste gesellschaftlich relevante Sportereignis in der Tschechischen Republik. Die Organisation sogenannter Parforce-Jagden war eine der Lieblingsbeschäftigungen der Aristokratie im 19. Jahrhundert.
Gruppen von Reitern in bunten Jackets, hoch zu Ross, jagten mit einer Hundemeute das Wild und hatten dabei verschiedene natürliche Hindernisse zu überspringen.
Eine richtige Rennbahn, auf der dann Rennen stattfinden konnten, wurde 1856 in Pardubice gebaut. 1874 beschloss man, ein großes Hindernisrennen zu veranstalten, Graf Max Ugarte und Fürst Emil Fürstenberg und Oktavian Kinsky waren die Geburtshelfer dieses Unternehmens.
Am 5.November 1874 fand die erste Pardubice Steeple-Chase statt. Vierzehn Pferde und Reiter nahmen daran teil und das Preisgeld betrug 8000 Gulden. Das Rennen und seine Ergebnisse fanden großen Nachhall in ganz Europa.
Der erste, dessen Name auf der Gewinnerliste erschien, war FANTOMEN, Fantomen, ein englisches Vollblut, mit einem englischen Jockey, Sayers, im Sattel. Die drei folgenden Rennen wurden beherrscht von BRIGAND, der zum erfolgreichsten Pferd der nächsten zwanzig Jahre wurde. Auch LADY ANNE errang einen Dreifachsieg, ebenso wie das russische Pferd EPIGRAF. Doch alle diese Rekorde wurden übertrumpft vom phänomenalen Fuchs ZELEZNIK, der vier Siege errang und zwar 1987, 1988, 1989 und 1991.
Die Velka Pardubicka findet auf diese Weise seit 1952 statt, damals wurde die Rennbahn umgebaut. Davor wurde das Rennen hinter den heutigen Tribünen ausgetragen, wo jetzt ein Flugplatz zu finden ist.
Die Pferde müssen 31 Hindernisse überspringen auf einer 6 900 m langen Bahn, die sowohl über Gras als auch über Ackerboden führt. Das berühmteste Hindernis ist der große Wassergraben, der das vierte Hindernis nach dem Start ist. Es besteht aus einer 140cm hohen und breiten Hecke, gefolgt von einem 5 m breiten und 1 m tiefen Wassergraben. Die nächsten schwierigen Hindernisse sind der Schlangengraben, der aus einem 4,5m breitem Wassergraben mit erhöhter Abspringplattform besteht, und der große Wassergraben, welche im letzten Viertel der Bahn liegen, gefolgt von den gefürchteten Hindernissen Der große Englische Sprung und der Havelsprung, die aus Hecken mit Querbalken und kleineren Gräben bestehen.